#1

Vor "Die letzten Gezeiten"

in Zwischen den Veranstaltungen 26.12.2018 15:32
von Solonia Orga • 121 Beiträge

Winter 1011/1012

Junges Mädchen: "Lieber Strom des Lebens, bitte mach das Mama nicht traurig ist."
Sie öffnete ihre Augen und setzte sich im Bett auf. Lange hatte sie mit einer schweren Krankheit gekämpft...und schließlich verloren. Ihr Blick glitt zur Bettkante, auf der eine junge Frau mit langen, grünen Haaren saß.
Lenara: "Hab keine Angst. Deine Mutter wird nicht lange traurig sein müssen."
Junges Mädchen: "Wird sie mich bald vergessen haben?"
Lenara: "Auch ihre Zeit ist bald gekommen...und dann seht ihr euch wieder."
Das Mädchen lächelte und streckte vorsichtig ihre Hand aus.
Lenara strich ihr über den Handrücken und langsam wurde aus dem Mädchen grüne Energie.

Nachdem die Lebenskraft zurück gekehrt war, erhob sich Lenara. Sie wusste dass es nun kein Entrinnen mehr gab. Alle würden den letzten Weg gehen müssen...und es gab keine Erneuerung.

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#2

RE: Vor "Die letzten Gezeiten"

in Zwischen den Veranstaltungen 15.01.2019 20:38
von Solonia Orga • 121 Beiträge

Nachdem Dal'Narath, der König des Lichts, Solonia betreten hatte, befürchteten viele einen schnellen Schlag wider die Verwahrungsorte der Elementkugeln. Doch weder Kaer Iwhaell noch Rimosel waren angegriffen worden.

Der Winter lag still über den Landen und König Gernot ging vor dem Kamin auf und ab. Er und Dogeressa Melissa waren sich einig, dass die Kugel der Luft nicht in Rimosel verbleiben durfte. Sie stellte sowohl etwas dar dass der König des Lichts begehrte, wie auch einen Trumpf in der kommenden Schlacht. Ja...Gernot war sich sicher...ein Kampf war unvermeidlich. Auch wenn er und wenige Eingeweihte die schreckliche Wahrheit kannten, wollte niemand sich dem Schicksal ergeben. Es musste einen Weg geben, um das Leben zu bewahren! Und hatte er sich nicht geschworen ein guter König zu werden!?

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#3

RE: Vor "Die letzten Gezeiten"

in Zwischen den Veranstaltungen 15.02.2019 23:25
von Solonia Orga • 121 Beiträge

Nach der formellen Ankündigung trat die Hebamme auf Melissa Frejigd zu und machte einen Knicks. Die Dogeressa erkannte dass die Frau erst kürzlich geweint hatte und ihr Körper leicht zitterte.
Melissa: "Ich danke euch für eure Zeit. Bitte...lasst uns Platz nehmen."
Sie machte eine einladende Geste und wies damit zugleich den Weg. Die Hebamme strich fahrig über ihre Schürze und nickte dann. Ein Diener brachte ihnen eine Erfrischung und zog sich wieder auf Rufweite zurück. Einen Augenblick lang herrschte Stille.
Melissa: "Wie schlimm ist es wirklich?"
Sie wusste keinen sanften Weg das Thema anzusprechen und es kam ihr vor als ob die Zeit immer schneller zu verrinnen drohte. Ein leichtes Schluchzen löste sich von den Lippen der Hebamme, doch schnell fasste sie sich wieder und berichtete mit leiser Stimme:
Hebamme: "Vier Monate sind vergangen ohne eine einzige Geburt. Wir Schwestern des Lebens kennen Zeiten in denen weniger Kinder aus dem Strom tauchen, doch was wir derzeit erleben ist fern jeder Erfahrung. Es ist als ob der Strom versiegt wäre..."
Sie hatte die Hände zu Fäusten geballt und kämpfte gegen ihre innere Verzweiflung. Melissa legte vorsichtig ihre Hand auf eine der Fäuste und versuchte ihr Gegenüber beruhigend anzulächeln.
Melissa: "Wir erleben schwere Zeiten, doch ich bin mir sicher alles wird sich zum guten wenden."
Die Hebamme entzog ihr die Hand und schüttelte den Kopf. Tränen rannen ihre Wange herab und ihr Blick wirkte leer.
Hebamme: "Nein...das wird es nicht! Ich war vor Tagen bei einer hochschwangeren Frau und sah es mit eigenen Augen. Die Wehen dauerten bereits mehrere Stunden und wir erwarteten das Kind jeden Moment. Es sollte uns neue Hoffnung geben, dass der Strom des Lebens uns nicht verlassen hat! Bevor es jedoch soweit war, wurde der Bauch der Schwangeren plötzlich flacher. Dort wo zuvor das Baby war kräuselte sich grüne Energie und entschwand schließlich in die Erde. Ich höre noch immer die Schreie der Mutter. Nimm mich! Lass mein Kind leben!"
Ein Schauer lief durch die Dogeressa und sie senkte betroffen den Blick.
Hebamme: "Ich wandte entsetzt meine Augen ab...und konnte sie einen Moment lang sehen."
Melissa: "Sie?"
Hebamme: "Den bösen Geist den viele das Mädchen mit den grünen Haaren nennen. Ich weiß was über sie geflüstert wird. Manch einer hält sie für ein höheres Wesen und sieht in ihr eine Botin des Strom des Lebens...doch ich glaube das nicht. Der Strom hat so lange Zeit den Kreislauf aufrecht erhalten und brauchte dabei keine Hilfe. Erst als das Flüstern über die grünen Haare begann, fing alles an sich zu verändern."

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#4

RE: Vor "Die letzten Gezeiten"

in Zwischen den Veranstaltungen 15.03.2019 18:49
von Solonia Orga • 121 Beiträge

Almenos hatte einen langen Weg hinter sich...

Die Stimme seiner Tochter hatte ihn vor der endgültigen Verzweiflung gerettet. In den darauffolgenden Nächten saß er vor dem prasselnden Kaminfeuer und lauschte. Doch auch wenn er ihre Stimme nicht wieder hörte, so wusste er, dass das Feuer ihre Verbindung war.

Der Stadthalter von Rimosel hatte viele Bücher gewälzt und sogar an der elementaren Akademie im Westen von Groß Alkalsa vorgesprochen. Schließlich fand er heraus, dass es einen gewaltigen See aus flüssigem Feuer gab, der im Gebirge zwischen Groß Alkalsa und dem Nord-Tonos lag.

So brach er mitten im Winter auf und ließ die Verwaltung der Stadt in fähigen Händen. Sein erstes Ziel war ein Händlerposten, der an einem der beiden nördlichen Pässe lag. Von einem Zwerg erfuhr er, dass der höchste Gipfel des Gebirges den Trollen heilig war und sie ihn Gram Ruh'Gor nannten. Zugleich warnte der Zwerg davor allein in die Berge zu gehen, da die Trolle Fremde hassten.

Einige Tage später saß der einsame Wanderer an einem kleinen Lagerfeuer und versuchte seine klammen Glieder aufzuwärmen. Mitten in der Stille hörte er es plötzlich. Bu-Bumm. Erst war es nur leise, doch es wiederholte sich stetig. In den darauffolgenden Nächten erklang es wieder. Almenos realisierte, dass er es solange hören konnte, wie das Feuer brannte. Und es schien ihm, dass das Geräusch lauter wurde, je näher er dem Gipfel kam.

So kam der Tag an dem er die Baumgrenze hinter sich gelassen hatte und der Wind unerbittlich in seine Glieder schnitt. Der Gipfel war noch in den Wolken verborgen, doch ab und an war ein Blick auf den rauchenden Schlot zu erhaschen. Zugleich wurde Almenos auch mehrerer Gestalten gewahr, die sich auf ihn zu bewegten. Solonische Trolle ähnelten entfernt den Menschen, doch sie waren allesamt über drei Meter groß und von wilder Gestalt. In Felle gekleidet und mit kleinen Baumstämmen bewaffnet, erweckten sie keinen friedfertigen Eindruck. Die bärtigen Gesichter waren vor Wut verzogen und fürchterliche Grunzlaute eilten ihnen voraus. Einen Moment lang überlegte Almenos ob er versuchen sollte mit ihnen zu reden, doch im nächsten Moment rannte er schon ein Schotterfeld hinab und versuchte sein Gleichgewicht zu halten. Einer der Trolle kam hinter ihm ins Straucheln und brachte mehrere Steine ins Rutschen. Während die Trolle halt machten, um nicht in Gefahr zu geraten, rissen die zuerst wenigen Steine immer mehr Geröll mit sich. Der Stadthalter von Rimosel warf einen kurzen Blick über die Schulter und erkannte die drohende Gefahr. Zugleich war er außer Stande etwas dagegen zu tun, als noch schneller zu werden. Als er einen Höhleneingang entdeckte der seine Rettung sein konnte, war die Steinlawine schon zu nah heran. Almenos versuchte die Richtung zu ändern und kam rutschend knapp unter dem Eingang an. Die kleinen Steine gaben leicht unter ihm nach, als er sich in die Höhle kämpfte und machten seinen verzweifelten Versuch umso langsamer. Unzähligen Geschossen gleich prasselte nun die Steinlawine auf ihn ein und nahm ihm die Sicht. Die Splitter rissen an Almenos' Haut und kleinere Brocken trommelten gegen Oberkörper und Beine. Nur noch ein Schritt! Die Kraft die es ihn kostete lag fern dessen was er je hatte aufbringen müssen. Mit einem Schrei stürzte er vor und spürte zugleich wie ihn etwas hart am Kopf traf...

Viele Stunden später...

Als er wieder zu sich kam, drang sofort der Schmerz auf ihn ein. Almenos spürte, dass er lag, doch nur eines seiner Augen wollte sich öffnen. Das andere schien dermaßen geschwollen, dass er nur vage rötliches Licht erkennen konnte. In seiner Nähe erkannte er eine Feuerstelle, die schwach eine Höhle erhellte. An mehreren Schnüren aufgereiht waren Knochen und Kräuterbüschel. Erst als er sich bewegte bemerkte der Verwundete den Troll. Im Licht der Flammen wirkte er nicht minder wild und zottelig, doch da waren Talismane und Symbole die ihn anders wirken ließen. Sie sahen einander eine lange Zeit schweigend an. Dann beugte sich der Troll vor und legte seine linke Hand auf Almenos' Herz. Die Energie die von dieser Berührung ausging war wohltuend und warm. Der Schmerz schien sich etwas zurück zu ziehen und machte dem geschundenen Körper klar, dass er noch viel Ruhe brauchte. Bevor Almenos wieder einschlief hörte er den Troll murmeln:

"Du brauchst Ruhe...viel Ruhe. Denn um zu lernen sie verstehen zu können, muss dein Körper stark sein!"

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#5

RE: Vor "Die letzten Gezeiten"

in Zwischen den Veranstaltungen 15.04.2019 19:02
von Solonia Orga • 121 Beiträge

Wenn auch in Verkleidung, so hatte König Gernot den Weg gen Rimosel selbst auf sich genommen. Es waren mehrere Wochen vergangen, seit Almenos verschwunden war. Und auch wenn die Residenz des Stadthalters gut bewacht wurde, konnte die Kugel der Luft nicht in der Stadt verbleiben. Die kleine Eskorte die den König begleitete, führte einen antimagischen Kubus mit sich. Darin verwahrt sollte niemand den Aufenthaltsort der Kugel heraus finden können.

Als die Gruppe den Platz vor der Residenz betrat, waren die Spuren der Flammenkatastrophe noch immer deutlich zu erkennen. Ja, die Kugel des Feuers war gefunden worden und ruhte derzeit auf der Burg der Greifenhexer. Vor seiner Abreise hatte der König ein Pergament verfasst, in dem er seiner Sorge Ausdruck verlieh, dass der König des Lichts sich zu ruhig verhielt und alles getan werden musste, um ihm die Suche nach den Kugeln zu erschweren. Gernot hoffte dass der Bote es bereits geschafft hatte die Nachricht zu überbringen...

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#6

RE: Vor "Die letzten Gezeiten"

in Zwischen den Veranstaltungen 15.05.2019 18:08
von Solonia Orga • 121 Beiträge

Die Markierungen bildeten einen Kreis. Von Layir, über die Bucht des Lichts, knapp am Hafen der Stille vorbei, etwas weiter von Amerion entfernt, bis hinab in den mittleren Tonos. Der südliche Tonos, Berolla, Rilanon und Seril waren bereits verloren. Für Melissa war es schwer zu ertragen, auch wenn ihr Einfluss vornehmlich auf den Ländern der Mitte lag. Außerhalb des Kreis existierte kein Leben mehr. Tausende mussten gestorben sein...ohne Vorwarnung...ohne Möglichkeit zu fliehen. Doch auch wenn der unsichtbare Tod sich nicht mehr voran bewegte, ging das Sterben weiter.
Melissa: "Es ist beinahe als wären wir Gefangene dieses grausamen Schicksals."
Außer Maxin war niemand in ihrer Nähe. Er trat vorsichtig an ihre Seite und unterdrückte den Wunsch ihr seine Hand auf die Schulter zu legen.
Maxin: "Welches Schicksal auch immer auf uns warten mag...ich bin an eurer Seite."
Melissa schenkte es keinen Trost. In solchen seltenen Momenten waren ihre Gedanken bei einer anderen Person. Einem Waldläufer den sie seit über zehn Jahren nicht mehr gesehen hatte.
Melissa: "Ich wünschte Jaro wäre hier."
Ihr Leibwächter senkte den Kopf und schluckte. Er ist gegangen und wird nicht wieder an eurer Seite stehen. Doch noch hatte er nicht den Mut es laut auszusprechen...

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#7

RE: Vor "Die letzten Gezeiten"

in Zwischen den Veranstaltungen 15.06.2019 13:52
von Solonia Orga • 121 Beiträge

Mit Einbruch der Nacht wagten sich die Späher hervor. Sie quollen aus dem Boden und machten sich auf den Weg in Richtung der Portale, die schon seit Jahren verschiedensten Heroen ermöglichten Solonia zu betreten. Vorsichtig streckten sie ihre Fühler aus und taten schließlich den Schritt hinüber. Sie spürten dass diese Welten anders waren, doch nicht minder voll Leben. Die Zeit würde kommen, da er genug Stärke gesammelt hatte. Dann würde er Solonia verlassen, um sich an neuen Welten zu laben.

Die Späher zogen sich zurück und flüsterten in der Dunkelheit:

Astarak... die nördlichen Königreiche... Onnurth... Mithwall... Yrlag...

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#8

RE: Vor "Die letzten Gezeiten"

in Zwischen den Veranstaltungen 15.07.2019 19:37
von Solonia Orga • 121 Beiträge

Die flackernden Kerzen warfen wilde Schatten an die steinernen Mauern der Bibliothek. Ein modriger Geruch lag in der Luft. Der abgewetzte Dielenboden wie auch die wuchtigen Pulte waren übersät mit aller Art von Dokumenten, Folianten, gebundene Schriften.
Über einen dieser Tische gebeugt saß Darian, ein junger Magiernovize. Die unzähligen Kerzen die im ganzen Raum verteilt standen, waren schon weit heruntergebrannt. Das Wachs floss über das alte wurmstichige Holz und bildete kleine Seen bevor es wieder erstarrte.
Erschöpft, mit einem tiefen Seufzer, rieb sich der junge Mann die Augen. Schon viel zu viel Zeit verbrachte er in der Dunkelheit der Bibliothek, auf der Suche nach einem Mittel den unsichtbaren Tot aufzuhalten. Was hatte er nur übersehen, was blieb seinen Augen verborgen? Sein Bauchgefühl sagte ihm, dass es etwas gab …. geben MUSSTE. Es konnte nicht sein, dass alle Mühen umsonst waren!

Quietschend öffnete sich die schwere Eichentür. Darian sah nicht auf. Gab es doch nur eine Person, die ihn in diesen alten Gemäuern besuchte. Eine Frau mittleren Alters trat leise hinter ihn und stellte einen Becher kräftigen Mets und ein paar Ranken Brot mitten auf die Schriften. Sie legte ihre Hand sachte auf seine Schulter.

Der Novize blickte zu ihr auf. „Danke… was täte ich nur ohne Eure Fürsorge?“ Sie lächelte ihn milde an und entgegnete kurz: „Wahrscheinlich verhungern?“. Der Schalk war nicht zu überhören. Ihre Schlagfertigkeit ließ ihn kurz auflachen und er lehnte sich kurz verschnaufend zurück.
Die Frau fuhr fort: „Ich habe überdies eine Einladung, die ich Euch im Namen der Dogeressa überbringen darf. Sie ist der Meinung, dass diese Zusammenkunft ein Treffen großer Wissensträger jenseits unserer Vorstellungskraft sei.“ Sie legte ihm das Pergament neben den Holzteller. „Es wartet eine weite Reise auf Euch, nicht minder gefährlich. Doch sicher besser als immer und immer wieder die gleichen Schriften durchzusehen in der Hoffnung etwas Anderes zu finden.“

„Macht nicht mehr zu lange. Die Reise ist beschwerlich und ihr solltet morgen bei Sonnenaufgang aufbrechen“, sprach sie sanft. Er nickte ihr lächelnd zu und drückte dabei ihre Hand, die immer noch warm auf seiner Schulter ruhte. Sie zögerte kurz, also wollte sie noch etwas hinzufügen, entschied sich jedoch anders und sagte nur leise: „Ich wünsche Euch eine gute Nacht“. Mit diesen Worten drehte sie sich um und entschwand so leise wie sie gekommen war, ohne seine Antwort abzuwarten.
„Auch Euch eine gute Nacht, Meri“. Sein Blick verweilte noch kurz auf der verschlossenen Tür, nicht ahnend, dass er sie just in diesem Moment das letzte Mal gesehen haben sollte.

Er widmete sich seinem Abendmahl, nahm dabei die Einladung in die Hand um sie genauer zu studieren. Stirnrunzelnd sog er geräuschvoll die Luft ein. Ein großes Drachensiegel prangte auf dem Papier. „ALDRADACH“ las er laut. Gedankenversunken hob er seinen Blick, der sich sogleich in den Tiefen des Raumes verlor.

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#9

RE: Vor "Die letzten Gezeiten"

in Zwischen den Veranstaltungen 15.08.2019 21:24
von Solonia Orga • 121 Beiträge

Von heute an soll Friede herrschen zwischen den Elementen und Solonia.
Nutzt die Zeit die ihr habt, um euch auf das kommende vorzubereiten.


König Gernot fiel es schwer innere Ruhe zu finden. Die Kugel der Luft lag in seinen gefalteten Händen und fühlte sich fremdartig an. Immer wieder formten die Lippen des ehemaligen Magiers stumme Worte der Ehrerbietung für die Elemente. Doch da waren zu viele Gedanken, die an seiner Konzentration zerrten und eine Kontaktaufnahme unmöglich machten.

Unzählige Male hatten die Lichtelfen ihren Traum erneut begonnen und jedes Mal war er doch zum Scheitern verurteilt gewesen. Nun lag die Macht der Träume in Scherben, kehrte das Leben zurück zum Strom...und doch war es anders. Es war das erste Mal, dass die Geschichte nicht mit der Dunkelheit der Wandelwesen geendet hatte. Es würde keinen Neuanfang geben, wenn dieses Mal alles scheiterte. Doch bedeutete es nicht auch, dass es ein besseres Ende geben konnte?

Schließlich gab Gernot es gänzlich auf, da er Schritte auf dem Gang hörte. Es klopfte und ein junger Mann trat ein. Er verbeugte sich so gut er konnte, denn er trug eine mit Runen verzierte Steinschale vor sich her. Vorsichtig stellte er sie auf den großen Eichentisch, wandte sich dem König zu und verbeugte sich nun geschickter.
Hüter des Wassers: "Es ist alles bereit...Hoheit. Ihr müsst nur die Worte sprechen."
Damit verließ der Mann, durch dessen Haare leicht spitze Ohren zu erkennen waren, den Raum und gab dem König die Möglichkeit die Schale in Ruhe zu betrachten. Das Wasser darin war von magischen Wirbeln durchzogen und immer wieder meinte Gernot ein Bild zu erkennen, das sich dann doch wieder dem Verstand entzog und neue Formen bildete. Die Worte sprechen. Gernot überlegte einen Moment, zog seine Kleidung straff und sagte dann laut:
Gernot: "Hoffnung durch Einheit."
Das Wasser in der Schale fing plötzlich an sich zu drehen. Aus der Flüssigkeit formte sich langsam die Gestalt einer Frau, die schließlich unverkennbar Dogeressa Melissa Frejigd darstellte.
Melissa: "Hoffnung durch Einheit, Hoheit."
Sie neigten einander die Häupter zu und Melissa hob etwas in ihrer Hand hoch.
Melissa: "Ich nehme an ihr habt ebenfalls einen Bernstein erhalten!?"
Gernot's Blick schweifte kurz zu einem anderen Tisch, auf dem ein faustgroßer Bernstein lag. Er hatte eine Nachricht enthalten, ähnlich derer die in Sprechenden Steinen zu finden waren. Doch dieser Stein hatte sich nicht aufgelöst, sondern einfach nur seine magische Botschaft verloren. Der König fing sich wieder und nickte.
Gernot: "Wir sind uns beide der Gefahr bewusst, doch es ist vielleicht die beste Möglichkeit die wir haben. Der Opfer der Auflösung sind es einfach zu viele geworden und wir wissen noch immer nicht was wir tun können."
Die Dogeressa stimmte zu und legte den Bernstein beiseite.
Melissa: "Was schlagt ihr also vor?"
Gernot: "Es gibt einen abgelegenen Ort im Großen Wald, an dem sich alte...Freunde...niedergelassen haben. Wir könnten uns dort mit ihm treffen und im schlimmsten Falle den Schaden gering halten."
Der Dogeressa gefiel diese Möglichkeit nicht, doch sie hatte viele andere durch ihren Kopf gehen lassen und nichts gefunden was bessere Aussichten versprach.
Melissa: "Haltet ihr euch noch in Ylos auf?"
Gernot neigte den Kopf vor.
Melissa: "So werde ich euch zu Beginn des neunten Monats in Gessid treffen. Von dort führt ihr uns zu jenem Ort, damit wir alles vorbereiten können."

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#10

RE: Vor "Die letzten Gezeiten"

in Zwischen den Veranstaltungen 15.09.2019 14:50
von Solonia Orga • 121 Beiträge

Die Magie ebbte langsam ab als der König des Lichts seine Hände sinken ließ. Vor ihm krümmte sich eine Kreatur, die einst der Fauna Solonia's entstammte. Doch davon war nicht mehr viel übrig. Sie war gewachsen, das Fell war mit ungesunden Flecken übersäht und an seinem Schädel hatte sich die Haut zurück gezogen, so dass teilweise blanker Knochen zu sehen war. Der Schmerz hatte einen unbändigen Hass geschürt, den das Untier liebend gern auf seinen Peiniger entladen hätte. So sehr es sich jedoch anstrengte, die magische Kontrolle war stärker. Letztlich atmete es schwer und gab nach. Langsam beugte es sein Haupt und kauerte vor seinem Herrn.
Dal'Narath: "Geh und erfülle deinen Zweck. Die Quelle ist nicht weit. Derweil werde ich mich um die Schwächung eines Elementarherren kümmern."

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